Sonntag, 23. Dezember 2012

Wie geht es Dir?

Eine der Standartfragen überhaupt! Aber was steckt dahinter? Ehrliches Interesse oder nur Höflichkeit oder einfach schon Routine? Ich jedenfalls mochte diese Frage nie! Ich fühlte mich nie gut und wer möchte schon ständig hören das es einem schlecht geht? Also gewöhnte ich mir Standart GUT an!

In der Klinik dann fragte man mich dauernd wie es mir geht, aber niemand war mit meiner Standartantwort zufrieden, aber die wirkliche Antwort wusste ich irgendwie auch nicht mehr. So oft sagte ich das ich nicht weiss wie ich mich fühle ... Ich wusste es wirklich nicht mehr und ich wollte auch niemanden enttäuschen indem ich mich schlecht fühlte, denn in einer Klinik soll es einem ja besser gehen.

Ein Psychologe stellte bildlich mit mir da wie ich mich fühlte und es war um einiges leichter für mich so herrauszufinden wie es mir geht .... Vielleicht hilft es auch jemanden von euch?

Stellt euch vor ihr wärd eine Blume .... Steht sie grade? Ist sie gross? Klein? Die Blüte offen oder zu? Wie ist das Wetter? Oder seid ihr ein Boot? Ein Schiff? Aus welchem Gewässer? Teich, See, Meer? Land in Sicht? Könnt ihr schwimmen? Jemand der sich gut fühlt würde vielleicht sogar eine grosse herrliche Yacht sein, die ruhig im Sonnenschein an den Häfen vorbeifährt, stark und sicher, mit viel Fröhlichkeit an Board.

Ich war eine Wallnussschale, die fest an einem Anker war, auf hoher stürmischer See, ich gehe nicht unter, aber ich habe auch Angst vorm schwimmen, möchte fest am Anker bleiben und werde zwischen den Wellen hin und her geworfen. Ich kann Land sehen, aber es ist sehr weit weg .... Die Wellen sind unruhig und das Wetter nicht das tollste, aber auch nicht das schlimmste ..... und schwimmen habe ich ein wenig lernen können :)

Es hat mir sehr geholfen meine Gefühle zu deuten .... das es mir grade nicht gut geht, sondern eher nicht so doll und das ich mir helfen muss, ich mich an die Hand nehmen muss und für mich sorgen muss. Ich möchte es versuchen und bin schon mittendrin ....

Dieses Bild ist zu dem Thema entstanden.

Kommentare:

  1. Eine schöne Darstellung.

    Lg. Ani

    AntwortenLöschen
  2. Alles Liebe von mir, ein schönes Weihnachtsfest und dass Du bald aus voller Überzeugung sagen kannst " Mir gehts gut"
    Das wünsche ich Dir sehr !
    Das ist kein ebener Weg...ich weiss das nur zu gut, aber ich habe mir abgewöhnt zu sagen, es geht gut..wenns nicht stimmt- kommt aber irgendwie immer drauf an, wer vor einem steht..

    Herzliche Grüße Annett

    AntwortenLöschen
  3. Das Bild ist Toll geworden.

    Ich mag diesen Text:
    "Wie geht es Dir.?" auch nicht.
    Ich hasse ihn regelrecht...

    Warum?
    Weil,wenn ich sage mir geht´s Scheiße, hilft mir dann einer???
    NÖ!!! ...SEHR wahrscheinlich NICHT.
    Die GEILEN sich da wahrscheinlich höchstens noch dran auf ... hehe DER geht´s SCHLECHT...

    NOCH mehr hasse ich es seid dem ich vor 5 Jahren eine Fehlgeburt hatte. ...
    Die ach so netten Mitmenschen wußten das ich mein Baby verloren habe und dann kam sehr oft diese abgefuckte DRECKSFRAGE.
    Naaaaaaaaaaaaaa???????? WIIIIIIIIIIIEEEEEEEEEE GEHHHHHHHHHHHT`SSSSS DIIIIIIIIIIR ????!??
    und dann so´n dummes süffisantes Grinsen inner Fre***.

    BOAH!!!!
    Ich hätt ausrasten können................

    Einmal habe ich auch geantwortet:

    Danke!!! MIRRRR gehts BESSSSSTENS ich habe nur gerade ein Kind verloren. ... PAUSE .......
    Die VISAGE hätteste mal sehn müssen. ....

    Sorry für die krasse Wortwahl.
    Aber es gibt so ganz bestimmte Floskeln daran kann frau/man erkennen wie hohl und oberflächlich die Völker sind die um einen herum "leben" .... ohne!!! HIRN und VERSTAND.

    Bevor ich! irgend so nen Scheiß vor mich hin blubber, nur weil die Gesellschaft es verlangt halte ICH lieber meine Klappe und sag gar NIX. ...

    Liebe Grüße,Sarah (bloglos)

    MaerchenGrannys(at)web.de

    AntwortenLöschen
  4. Ich mag die Frage wie es einem geht. Aber mich fragt nie jemand. Vielleicht weil ich nie die Standardantwort "gut" gebe? Und zu Märchengrannys: als meine Tante gestorben ist hab ich auch meinen Onkel gefragt, wie es ihm geht. Er rastete auch aus: Danke, mir gehts bestens, ich hab nur gerade meine Frau verloren. Ich fühlte mich vor den Kopf gestoßen und hab ihn nie wieder was persönliches fragen mögen. Klar wußte ich, dass es ihm nicht gut geht, aber das war ein Angebot, darüber zu reden.. wollte er wohl nicht. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn mich mal jemand fragt und finde das ist eine Art, Nähe zu suchen.

    Das Bild ist wunderbar Yafe und ich wäre wohl ein Floss, was immer am selben Ort angekettet ist und nicht vorankommt.... bei gar keinem Seegang.

    LG :).

    AntwortenLöschen

Ich freu mich so über nette Worte :)