Donnerstag, 9. Mai 2013

Alltagszärtlichkeiten

Die Frage bei der Therapiestunde war heute was ich gebe ....

Ich gebe meinen Kindern Liebe, eine Umarmung, ich schenke gern, ich nähe oder fotografiere für andere, begleite die Kigagruppe, gebe Hilfe in meinem Beruf, bin für andere da, höre zu, helfe wo ich kann .... Ich mach das alles wirklich gern. Es freut mich wenn andere sich freuen. Auf meinem Konto fürs Geben kommt viel plus zusammen :) .....

Das zu erzählen fiel mir leicht. Es kam flüssig und mich freut es einfach ....

Was ich bekomme war die andere Fragen. Nicht bewusst schaute ich durch die Gegend, überlegte, atmete angestrengter, meine Hände wurden fahrig .... Ich bekam Kleidung für die Kinder geschenkt, die Liebe der Kinder, Hilfe meiner Mutter, nette Worte ....

Ich bekomme schon einiges, aber ich lass es nicht wirklich zu oder ich nehm es nicht ernst oder schiebe es weg oder ich gebe sofort was im Gegenzug zurück. Ich kann es fast nicht aushalten etwas anzunehmen. Schon gar nicht Komplimente ..... 

So war ich mir dessen gar nicht bewusst.

Das Konto fürs Nehmen ist leerer.

Ich füll es mir selbst auf ..... übers Essen. Mein Pseudoplus .... denn im Grunde ist es ja kein Plus, sondern ein dickes Minus.

Gleichzeitig schützt das essen mich, ich gehe weniger in Kontakt mit Anderen, was mich wiederum vor mögliche Kränkung/ Ablehnung schützt. Aber auch dieser Schutz ist ist ein Pseudoschutz , es macht mich ja nicht glücklich ....

Wichtig ist nehmen ohne immer was zurück zu geben, ohne ein Aber annehmen, ernst nehmen, ohne denken, sondern mit fühlen - in sich hören was das nehmen bewirkt. Das Nehmenkonto füllen, ein Ausgleich zum Geben finden und all das ohne das darin Essen eine Rolle spielt.

Macht Sinn :) !

Kommentare:

  1. Du hast was wichtiges auf der "Bekommen-Seite" vergessen: Du bekommst das Vertrauen deiner Mitmenschen, deiner Freunde und Patienten bei der Arbeit. Denn wenn man dich nicht so schätzten würde, wie du bist, würden deine Nachbarn dir nicht ihre Kinder anvertrauen, deine Freunde dir nicht ihre Sorgen anvertrauen, deine Patienten dir nicht ihre Gesundheit anvertrauen... Du bist ein Mensch auf den man sich immer verlassen und dir vertrauen kann!!!! :-*
    Liebe Grüße,
    Christine

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  2. "Ich kann es fast nicht aushalten etwas anzunehmen. Schon gar nicht Komplimente ..... " geht mir auch so. Umso besser finde ich den letzten Absatz!

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Ich freu mich so über nette Worte :)