Sonntag, 6. Januar 2013

Sei gut zu Dir!

Am Anfang als ich in die Klinik kam, habe ich mich total gewehrt dagegen. Ich wollte da nicht sein. Bei den Verrückten! Dabei war ich ja selbst ver-rückt , nicht mehr grade, nicht ganz in mir und mit mir. Was es mir leichter machte war meine Zimmernachbarin, obwohl ich sie hartnäckig ignorierte und auch das Essen oder sonst welche Aktivitäten verweigerte, blieb sie am Ball und fragte mich immer ob ich mit zum Essen möchte oder zu Therapien. Letztendlich hat mir das sehr geholfen meine ersten Wege dort nicht allein gehen zu müssen und ich habe in ihr eine wunderbare Freundin gefunden und wünsche mir sehr das diese Freundschaft wächst und Bestand hat. Die Wochen mit ihr in der Psychiatrie gehören zu den Schönsten 2012 .... markabar oder?! :) .... Wir haben so oft bis spät in die nacht rein geredet und gelacht und uns ein Stück weit gehalten. Schön war's! ♥

Irgendwann merkte ich das die Leute da, ja gar nicht so komisch sind, sondern ja eigentlich nett und das sie mich verstehen können und das ich mich nicht schämen muss, wenn ich da sitze und einfach weinen will. Und ich spürte das sie mich mochten, ohne das ich was für sie tat, mich besonders hübsch machte, superschlank war oder teure Sachen hatte ..... sie mochten einfach mich und so lernte ich mich auch wieder mehr zu mögen.

Viele Menschen dort waren wirklich sehr intelligent und inspirierend für mich. Nie möchte ich diese Zeit und Erfahrungen mehr missen.

Dort angekommen in meiner tiefen Depression, wo ich mich nicht leiden konnte, mich regelrecht hasste, mir jedes Geräusch zu viel war, ich Todeswunsch verspürte, mich hässlich, wertlos und klein fühlte, ängstlich, lustlos und tieftraurig und bei jedem Wort gleich am weinen war, schaute mich meine Psychologin an und erzählte mir von meinem inneren Kind. Welches ich so hartnäckig ignoriere und welches lieb gehabt werden will.

Ich sagte ihr: Ich glaube nicht daran! Ich möchte nach Hause! Es kann nicht besser werden, sowas geht nicht!

Und sie zeigte mir ein Bild hoch und lächelte! Auf dem Bild stand:

Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit! 

Sie sagte: Ich glaub daran!

Dieser Satz begleitet mich nun und auch ich glaube dran! ♥♥♥

Bildquelle: Lebenskarten.de google

Ich sagte oft zu ihr das ich mich nicht erwachsen fühle, das ich mich so oft immer noch so "klein" fühle, obwohl ich auch spüre das ich sehr stark sein kann und das ich gar nicht richtig weiss wer ich bin. Die Psychologin sagte mir, das erwachsen werden bedeutet, das man sich nun selbst Trost geben kann und was man so braucht, das man sich um sich selbst gut kümmern kann und somit stark genug ist, sich auch um andere zu kümmern. Das in mir aber noch viel Kind ist, welches nach Liebe sucht, Sehnsucht hat und erhört werden möchte und ich ihm nicht immer den Mund zuhalten soll. Auch ein Satz der sehr wichtig geworden ist für mich, der mich schon lange begleitet, aber den ich für mich selbst nie beherzigt habe, nur im Zusammenhang mit meinen Kindern: Liebe mich dann, wenn ich es am wenigsten verdient habe! Denn dann brauche ich es am meisten! Und ja! So ist es! Denn man ist nie ohne Grund so wie man ist, man drückt nur oft falsch aus was man grade braucht .... Weil man selbst viel zu schlecht auf sich hört.

Was macht euer inneres Kind so?

♥♥♥ Yafe

Kommentare:

  1. So wunder-wunder-wundervoll geschrieben.
    Danke.

    Mein inneres Kind rebelliert - schon lange.

    LG GsamK

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  2. So wunder-wunder-wundervoll geschrieben.
    Danke.

    Mein inneres Kind rebelliert - schon lange.

    LG GsamK

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    1. Dann halt es doch fest und sei da! Das ist so wichtig!

      LG Yafe

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  3. Hallo meine Süße, ich glaube ich hab´s gefunden :-)

    Das hast du wieder so toll geschrieben und es hört sich sooo toll an. Das hört sich alles echt toll an und nach solchen Erlebnissen, die du aus der Klinik beschreibst sehnt sich sicher jeder. Einfach um einen selbst Willen gemocht oder geliebt zu werde.

    Ich erkenne mich in vielem was du schreibst wieder, nicht in allem, aber viel.

    Ich habe dich sooo lieb und für mich brauchst du dich auch nicht verstellen schön machen oder schlank sein *drückdich* und vermisse dich!!!

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  4. Das hast du wunderschön geschrieben. Und scheint eine sehr gute Klinik gewesen zu sein, wo du warst...

    Ich war auch schon und die Therapie war fürn... Leider nicht so, wie du beschrieben hast, das hätte ich genau gebraucht. Aber dafür kenne ich meine zwei besten Freundinnen von dort und das ist nun schon viele Jahre her. Wirklich ein guter Grundstein für dauernde Freundschaften, weil man sich "wirklich" kennt.

    LG :).

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    1. Das mit dem wirklich kennen stimmt und das tut so gut, ich wünschte ich hätte mehr so Freunde hier ...

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    2. Das ist leider echt schwer zu finden. Ich glaube sojemanden habe ich hier garnicht... Man zeigt es ja doch nicht, wenns einem nicht so gut geht. Keinen von den leuten hier weiß, wie es mir abnds geht, oder interessiert sich dafür. Traurig, aber leider wahr.

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Ich freu mich so über nette Worte :)